Mottotalk: Revolution – rEVOLution

Im Mottotalk diskutiert Moderator Alexander Bersch mit seinen beiden Gästen Philipp Wittershagen, Mitinitiator von „Schönstatt for future“, und der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Verena Groß.

rEVOLution ….

Ist die Jugend heutzutage überhaupt noch revolutionär?  

Ja, auf jeden Fall! Verena erklärt, dass Jugendliche generell noch nicht so festgefahrene Grenzen in ihrem Denken hätten – keine Barrieren, die sagen ‚das ist zu teuer‘, ‚das geht nicht‘ usw. und so könnten sie mit viel mehr Leichtigkeit an ein Thema herangehen. Mit ihren Fragen fordern sie den Status Quo heraus und bringen Erwachsene dazu, ihre bewährten und schon lange nicht mehr hinterfragten Beweggründe zu durchleuchten. Wenn dann ein Dialog entsteht, ist rEVOLution tiefgreifend möglich!

Jesus selbst hat unangenehme Fragen gestellt. Ein Dialog oder Diskussion mit ihm war sicher nicht einfach. Er war ein Mensch ohne Kompromisse, der aber gleichzeitig sein Gegenüber unendlich wertgeschätzt hat und dessen Wohl im Blick hatte – auch das seiner Feinde. „Was für ein ‚Freak‘…“, hat sich vielleicht so mancher gedacht. Wenn das dann jemand zu uns sagt, könnten wir das dann nicht als Kompliment sehen? Ein rEVOLutionärer Gedanke.

Die heutige Jugend wird oft „couch potatoes“ genannt – was ist da dran?

Jugendliche heute sind auf einem anderen Feld revolutionär als früher. Das Bild – stürmische Jugend passt da nicht drauf. Jugendliche heute haben einen starken Blick für Missstände, fordern Authentizität und haben den Mut, den Mund aufzumachen. Da gibt es viele Beispiele.

Alles fängt im Kleinen an. Wenn jemand zum Beispiel ein „Rettet die Wale“-T-Shirt trägt, aber gleichzeitig Mitschüler mobbt, passt das nicht ins Bild. Die Wertewelt passt nicht zusammen.

Ganz wichtig ist, wenn andere diese Wertewelt oder Vision nicht teilen, nicht dagegen anzukämpfen, sondern sich für die Meinung des Gegenübers zu interessieren und ihn einzuladen, die Vision mitzuleben. „Mehr Fragen als Sagen“ ist ein Tipp von Verena Groß. Möchte man andere anstecken, ist es wichtig, dem anderen nicht die eigene Leidenschaft oder Meinung aufdrängen oder überstülpen zu wollen. Ehrliches Interesse am Lieblingsgedanken des anderen zu haben ist essentiell, um ihn dort abholen zu können, wo steht. Auch die Gottesmutter wird dann das Ihre dazugeben.

Fazit:

1) ehrlich sein

2) selbst als Vorbild leben

3) dem mündigen Gegenüber den Freiraum geben, um selbst Fragen zu stellen

Philipp kommentiert, dass die Gesellschaft am besten schon morgen alles verändert sehen möchte. Aber tiefgreifende Veränderungen gehen nicht ganz so schnell. EVOLution und Nachhaltigkeit brauchen Zeit. Aber auch wenn man von den konkreten Schritten keine unmittelbaren Erfolge sieht, ist jede einzelne Tat wichtig.  „Schönstatt for Future“ hat konkrete Projekte, die sich um Nachhaltigkeit drehen. Eines beschäftigt sich mit Schönstattzentren und deren ökologischem Betrieb. Gemeinsam wird Schritt für Schritt im Kleinen verändert… einer fängt an, und zieht viele mit. 

Wie kann man nachhaltig verändern? 

Mit Positivität und Freude an dieser ‚bedrohlichen Veränderung‘. Zum Beispiel möchte man Vegetarier werden, ist ein positiver Blick auf ‚Fleisch‘ motivierend. 

 Was wir aus der Entwicklungspsychologie von Kindern lernen können:

Steht ein Kind vorm nächsten Entwicklungsschritt, ist es unruhig, unzufrieden, weint viel, die ganze Situation scheint angespannt.
Zum Beispiel wenn ein Kind kurz davor ist, gehen zu lernen, ist es mit dem ‚Krabbeln‘ unzufrieden. Unruhig. Seine Welt ist aus dem Gleichgewicht. Es fehlt etwas Entscheidendes. Wenn es das Kind dann schafft, sich an Gegenständen hochzuziehen, ist die Freude unendlich groß.

Zusammenfassung von Hemma