Revolution = Veränderung?

Vor ungefähr einem Jahr saß ich in der Uni vor dem Raum, in der ich die Klausur schreiben sollte, die für mich darüber entscheid, ob ich weiterstudieren werde oder nicht. Vielleicht denkt sich der eine oder andere jetzt:“ Oh Gott, jetzt wird es dramatisch!“ Aber ganz im Gegenteil, ich fühlte mich ziemlich gut vorbereitet, hatte mir  das Prüfungsbuch gekauft und durchgerackert. Falls alle Stricke reißen sollten hatte ich auch meine Liebesbündnismedaille um den Hals. Schon eine Stunde später bekam ich die Benachrichtigung, dass ich die Prüfung nicht positiv absolviert habe. Ziemlich enttäuscht und genervt schrieb ich meiner Freundin und meiner Mutter. Es folgten aufmunternde Worte und vor allem die Frage: „Was machst du denn jetzt?“

Ja gute Frage nächste Frage ?

Es vergingen Wochen der Recherche über momentan gefragte Berufe, unzählige Mails an Weiterbildungsinstitutionen aller Art. Aber schon recht bald wurde die Sicht klar: Ich wollte ein Handwerk lernen und zwar Tischler.

Jetzt erst begann die eigentliche Odyssee -ein Ausbildungsplatz sollte her. Nicht nur einmal war ich entweder zu alt oder ,,passte nicht in das gesuchte Bewerberprofil“, sprich ich hatte eine zu hohe Bildung genossen (ich habe vier Jahre Forstwirtschaft studiert). Aber wer mich kennt weiß, dass ich nicht so schnell aufgebe und die Hoffnung immer in mir leuchtet.

Schon bald fand ich potentielle Arbeitgeber und machte mir Bewerbungsgespräche aus. Die Gespräche verliefen eigentlich immer recht gut und ich durfte zum Probearbeiten vorbei kommen. Vor allem hier begann ich auf Dinge zu achten, die mir wichtig waren, wie zum Beispiel: Ist die Werkstatt groß?  Wie sind die Kollegen? Wie ist die öffentliche Anbindung? Wie ist das Arbeitsklima?

Schnell hatte ich meine Favoriten gefunden – verließ ich mich dann aber schlussendlich auf mein Bauchgefühl.

Und jetzt?

Am Dienstag (1. Sept) war mein erster Arbeitstag. Nicht nur, dass ich schlecht geschlafen hab, sondern auch, dass mir richtig schlecht war und ich Angst hatte. Angst vor dem Versagen wie auch vor einer falschen Entscheidung. Aber da fiel mir eine Aussage wieder ein, die ich vor einiger Zeit gehört habe: „Oft sind es die richtigen Entscheidungen, die dir am meisten Angst machen“. Da wurde mir klar, alle Entscheidungen die ich seit dem letzten Jahr gemacht habe, haben mich hierher gebracht.

So lässt sich sagen, ja, Revolution kann oftmals grundsatz-verändernd sein! Außerdem glaube ich, dass wir auch im Alltag öfters eine kleine Revolution starten, nur ist es uns nicht bewusst.

Zeugnis von Christoph