Veränderung beginnt vom Herzen aus

2020 ist mein Jahr. Klingt nach Klischee, ist aber so. Ich habe mich beruflich verändert. Seit letztem Sommer hatte ich es gewusst und ausgesprochen: Ich muss und will was verändern. Der alte Job war lange interessant gewesen, aber es hatte sich einiges verändert. Nach langer Zeit hatte ich mich endlich getraut, mir das einzugestehen.

Eins wusste ich irgendwie schon lange: Wenn ich das Unternehmen irgendwann verlassen würde, dann sollte das meine Entscheidung sein.  Ich würde diesen Schritt setzen. Sonst würde ich vielleicht noch ewig hier sein, aber ich MUSSTE mich einfach weiterentwickeln. Ich brauchte Veränderung. Die Zeit war schon mehr als reif für etwas Neues. Und dafür war ganz allein ich verantwortlich. Das konnte mir niemand abnehmen.

„Wer suchet, der findet“, heißt es schon im Matthäus-Evangelium. Meine tatsächliche Suche dauerte gar nicht so lange. Zwei gute Freundinnen aus der MJF spielten – bewusst oder unbewusst – eine Rolle dabei. Der Liebe Gott hatte hier durch die Zweitursachen seine Finger im Spiel.

Nach dem ersten Gespräch mit meinem neuen Chef hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ich musste nur mehr entscheiden, ob ich – langfristig gesehen – die finanziellen Einbußen in Kaufen nehmen wollte. Und würde das in meinen Lebenslauf passen? Welche Möglichkeiten hätte ich später, wenn ich von hier einmal weiterziehen wollte? Es war doch eine Richtungsentscheidung. In der Branche, in der ich tätig war, bestand durchaus die Aussicht, später wirklich gut zu verdienen und vielleicht auch irgendwie „Karriere zu machen“. Es war reizvoll. Aber eigentlich interessierte mich die Sache gar nicht.

Zu der Institution, wo ich mich beworben hatte, habe ich einen persönlichen Bezug. Da stehe ich dahinter, das hat etwas mit mir zu tun. Ich kann mich mit ganzem Herzen einbringen und sehe weitere Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft.

Nachdem hier bereits eine Freundin arbeitet, wusste ich, dass das Team und das Klima für mich passen würden.  Hier sah ich kein großes Risiko. Die einzige Frage war, wollte ich jetzt schon die Privatwirtschaft verlassen? Würde das in meinen Lebenslauf passen? Wollte ich jetzt schon diese krasse Entscheidung treffen, wo ich langfristig viel weniger verdienen würde?

Folge deinem Herzen  

Tief drinnen wusste ich, dass ich einerseits unbedingt die alte Firma verlassen wollte und somit nur gewinnen konnte, andererseits zog es mich zu meiner neuen Stelle hin. Nach dem ersten Gespräch sagte mir mein Chef am Telefon zu, dass er mich haben wollte. Da konnte ich es mir zuerst noch gar nicht richtig eingestehen und traute mich noch nicht, das wirklich zu glauben, dass diese Veränderung tatsächlich möglich wäre. Irgendwann während des Bewerbungsprozesses wusste ich, dass ich da hin wollte. Ich MUSSTE einfach hin, es MUSSTE einfach klappen. Mein Herz und mein Verstand hatten die Entscheidung getroffen. Eine ehemalige Kollegin half mir, meine Bedenken bezüglich Richtungsentscheidung und Lebenslauf auszuräumen. Mein neuer Chef wollte mich für die Stelle haben. Er traute mir das zu. Und ich traute mir das zu. Es gab gar keine Frage oder Zweifel mehr, wie die Entscheidung ausfallen sollte. Ich wagte den Sprung.

Home is where the heart is. Oder: Der Weg ist das Ziel. 

Jetzt bin ich seit wenigen Wochen im neuen Job. Ich habe noch unendlich viel zu lernen. Ich kann die Herausforderungen und Schwierigkeit und Größe der Aufgabe erst nur dunkel erahnen. Ich muss noch so vieles lernen, mir Fachspezifisches aneignen und mich vollends einarbeiten. Das wird noch extrem viel  Zeit und Geduld (meiner Kollegen und mit mir selbst) brauchen. Aber ich weiß, dass ich am richtigen Platz bin. „Vorfreude“ auf den neuen Job war gar kein Ausdruck. Es ist einfach stimmig. Ich habe Vertrauen und bin gespannt auf alles, was kommt.

Zeugnis aus der MJF Österreich